1723 – ein großes Jahr in der ungarischen Verfassungsund Rechtsgeschichte
DOI:
https://doi.org/10.55051/JTSZ2024-4p69Abstract
Das Jahr 1723 war ein bedeutendes Jahr in der ungarischen Geschichte, insbesondere im Bereich der Verfassungs- und Rechtshistorie. Am 19. Juni dieses Jahres sanktionierte der ungarische König Karl III. (reg. 1711–1740) 129 Gesetzesartikel, die auf dem ungarischen Reichstag 1722–23 von den Ständen angenommen wurden. An erster Stelle finden sich die Gesetze zur Einführung der subsidiären Thronfolge für die weibliche Linie des Hauses Habsburg (ungarische Pragmatische Sanktion), die sich auf die weiblichen Nachkommen von Leopold I. und dessen zwei Söhne beschränkte. Diese Maßnahmen sicherten die Erbfolge der Habsburgerdynastie auf dem ungarischen Thron. Darüber hinaus wurden grundlegende Gesetze zur umfassenden Reform der zentralen Rechtspflege und zur Einrichtung des Unga-rischen Königlichen Statthaltereirats erlassen. Weitere wichtige Regelungen betrafen Fragen des Prozessrechts, Strafrechts, Zivilrechts und Handelsrechts. Im Jahr 2023 gedachte die ungarische Geschichts- und Rechtswissenschaft in einer Reihe von Konferenzen des 300. Jahrestages dieses Ereignisses.

