Von der kommunalen Sozialpolitik zur staatlichen Sozialversicherung
Soziale Rechte, Modernisierung und die „soziale Frage“ in der Zeit des Dualismus
DOI:
https://doi.org/10.55051/JTSZ2024-3p1Abstract
In dieser Studie argumentiere ich, dass die Entwicklung der staatlichen Sozialpolitik und des Sozialversicherungssystems in Ungarn im Zeitalter des Dualismus nicht nur von den Merkmalen der politischen Strukturen vor dem Ersten Weltkrieg stark beeinflusst wurde, sondern auch von verschiedenen ideologischen Strömungen und Bewegungen im Zusammenhang mit der sogenannten „sozialen Frage“ sowie von der Übernahme ausländischer Modelle. In der zweiten Hälfte dieses Zeitraums wurde das obligatorische Sozialversicherungssystem nach Bismarcks Vorbild eingeführt und ging damit über die kommunale Sozialpolitik hinaus, und die „soziale Frage“ wurde zu einer Angelegenheit des öffentlichen Rechts, teilweise als eine mit der Modernisierung verbundene Aufgabe der öffentlichen Verwaltung. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs waren einige mit sozialen Fragen befasste Denker, Experten und Politiker zu der Erkenntnis gelangt, dass die sozialen Aufgaben des Sozialstaates nicht nur ein grundlegender Faktor der nationalen Entwicklung, sondern auch ein notwendiger Schritt in der im europäischen Sinne interpretierten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung waren.

