Heredes Seiae signum ponere compellendi sunt

Ein Fall von Scaevola

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.55051/JTSZ2024-1p59

Abstract

In meinem Aufsatz geht es um einen antiken römischen Rechtsfall, der in Digesta überliefert ist. Darin wird erzählt, wie Seia, eine reiche Frau, ihre Erben testamentarisch anwies, in einem Schrein ihrer Wahl eine Statue einer Gottheit zu errichten. Eine Frage blieb jedoch unbeantwortet: Aus welchem Metall sollte die Statue bestehen: Gold, Silber oder Bronze? Der Jurist Quintus Cervidius Scaevola vertrat die Ansicht, dass sie aus Silber sein sollte. In meinem Beitrag werde ich die juristischen und nicht-juristischen Argumente zusammenfassen, die zur Wahl von Silber als Material für die Statue geführt haben könnten, wobei ich unter anderem die mediterranen Gepflogenheiten bei Schenkungen an Heiligtümer, den Wert der verschiedenen Edelmetalle, ihr Verhältnis zueinander und die im Testament geäußerten Absichten des Erblassers berücksichtige. Die Bedeutung des Falles wird durch die Tatsache unterstrichen, dass nur sehr wenige archäologische Funde und noch weniger Rechtstexte aus der Antike erhalten sind, die sich mit ähnlichen Fragen im Zusammenhang mit Vermächtnissen an Heiligtümer befassen. Leider ist die fragliche Statue nicht erhalten geblieben, aber die testamentarische Bestimmung, die in Digesta erhalten ist, erinnert zeitlos an die Großzügigkeit von Seia.

Downloads

Veröffentlicht

2025-02-21