The Clash of Civilizations and Game Theory

Autor/innen

  • József Zoltán Málik

DOI:

https://doi.org/10.59558/jesz.2015.1.68

Schlagworte:

Kampf der Kulturen, Spieltheorie, Geopolitik, Ende der Geschichte, Fundamentalismus

Abstract

Die Studie untersucht zwei prägende geopolitische Paradigmen der Weltordnung nach dem Kalten Krieg, „das Ende der Geschichte“ und den „Kampf der Kulturen“, und stellt anschließend ein spieltheoretisches Modell für letzteres vor. Der Autor, József Zoltán Málik, skizziert zunächst die Unsicherheit nach dem Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung. Anschließend erläutert er detailliert Francis Fukuyamas These vom „Ende der Geschichte“, wonach die liberale Demokratie den ideologischen Endpunkt der Menschheitsgeschichte darstellt und die großen ideologischen Kämpfe (mit Faschismus und Kommunismus) abgeschlossen sind. Der Artikel diskutiert Kritiken an dieser These und präsentiert Anne Nortons diesbezügliche Gedanken zur Islamophobie als Projektion der inneren Ängste der westlichen Zivilisation. Der Hauptfokus der Studie liegt auf Samuel P. Huntingtons Theorie vom „Kampf der Kulturen“. Demnach werden zukünftige Konflikte hauptsächlich entlang der kulturellen Bruchlinien zwischen großen Zivilisationen (westlich, konfuzianisch, islamisch usw.) stattfinden. Der Autor stellt auch Huntingtons Argumente (die Fundamentalität zivilisatorischer Unterschiede, die Multipolarisierung der Welt) und Beispiele (der Jugoslawienkrieg, die Vorhersage der Ukraine-Krise) vor. Der letzte, originellste Teil des Artikels wendet ein spieltheoretisches Modell an, um die Spannung zwischen dem Westen und dem religiösen Fundamentalismus zu analysieren. Die Situation wird als eine Variante des „Kampfes der Geschlechter“-Spiels modelliert, in dem die Strategien des liberalen Westens (maximale Meinungsfreiheit vs. Selbstbeschränkung) und der Fundamentalisten (Durchsetzung heiliger Lehren vs. Zugeständnis) aufeinanderprallen. Die Analyse des Modells kommt zu dem Schluss, dass die möglichen Gleichgewichtszustände (einseitiges Zugeständnis einer Partei) nicht demokratisch sind, und demonstriert unter Berufung auf Amartya Sens Theorem das durch „neugierige Präferenzen“ (nosy preferences) verursachte Paradoxon. Die endgültige Schlussfolgerung ist, dass ein spontanes Zusammenleben auf der Grundlage gegenseitiger Zugeständnisse selbst innerhalb des Westens zerbrechlich ist, sodass eine Form von Huntingtons Paradigma des Kampfes der Kulturen ernst genommen werden muss.

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Veröffentlicht

2015-04-15